1
2
3
4
5
6

Die rasante Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz verändert grundlegend, wie Verbraucher heute im Internet nach Informationen und Produkten suchen. Davon sind auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) direkt betroffen.

Während klassische Suchmaschinenwerbung (SEA) jahrzehntelang das digitale Werbemodell dominierte, stehen wir nun am Beginn einer Ära, in der generative KI-Assistenten wie ChatGPT, Google Gemini oder Perplexity zu zentralen Anlaufstellen für Produktrecherchen und Kaufentscheidungen werden. 

Zugleich testen Anbieter wie OpenAI native Werbeformate in ihren Chat-Interfaces. ChatGPT plant bereits, in der kostenlosen Version Werbung zu schalten, damit die Nutzung von ChatGPT weiterhin kostenlos bleibt [1]. Solche KI-generierten Umgebungen erreichen enorme Reichweiten: Laut Business Insider hatte ChatGPT im Oktober 2025 weltweit mehr als 800 Millionen wöchentliche Nutzer, Tendenz steigend [2]. Das macht generative Werbung an dieser Stelle zu einem strategisch wichtigen Thema, gerade für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 

Für den Mittelstand bedeutet das ganz konkret: 

Im Umfeld der großen generativen KI-Plattformen entsteht eine neue Plattformökonomie, die stark von den Antworten bzw. Ergebnissen generativer KI abhängt. Im Folgenden erklären wir, was hinter dem Begriff „Generative AI Advertising“ (GAIA) steckt, wie er sich von klassischer SEA unterscheidet und warum sich Unternehmen frühzeitig damit befassen sollten. 

Vom SEA zu GAIA – was steckt hinter den Begriffen? 

SEA (Search Engine Advertising) bezeichnet bezahlte Anzeigen in klassischen Suchmaschinen wie Google oder Bing. Anzeigen werden auf Basis von Keywords ausgespielt, Nutzer bezahlen pro Klick. Das ist ein bekanntes Instrument für Unternehmen in ihrem Suchmaschinenmarketing-Portfolio. 

GAIA (Generative AI Advertising) hingegen ist ein neues Werbeparadigma: Anzeigen werden zukünftig innerhalb generativer KI-Interfaces wie ChatGPT, Perplexity oder Google Gemini ausgespielt. Die Plattform generiert eine Antwort und kann diese um gesponserte Empfehlungen ergänzen, zum Beispiel als gesponserte Antworten, Produktkarussells oder belohnte Anzeigen. Dabei entscheidet die KI, welche Produkte oder Marken in die kontextbezogene Antwort integriert werden. 

Werbung in ChatGPT 

Der Ansatz bei ChatGPT ist, Werbung in das Produkt einzuführen, um den Zugang für möglichst viele Menschen zu erweitern und die Nutzung für einen Teil der Nutzer weiterhin kostenlos oder kostengünstig zur Verfügung stellen zu können. Dazu wird Werbung als ergänzender Finanzierungsmechanismus für die Free- und zukünftige Go-Tarife getestet. Dabei betont OpenAI, dass die Antworten weiterhin unabhängig von Werbung bleiben sollen, Nutzerdaten nicht an Werbetreibende verkauft werden und Werbung klar getrennt und gekennzeichnet erscheint [1]. 

Werbung in Perplexity 

Bei Perplexity werden aktuell ebenfalls Werbeformate im KI-Antwortsystem getestet, um eine nachhaltige Monetarisierung und Unterstützung des Produkts zu ermöglichen. Dabei gibt Perplexity selbst an, dass darauf geachtet werde, die Neutralität und Genauigkeit der Antworten nicht zu beeinträchtigen. Werbung soll bei Perplexity klar als „gesponsert“ gekennzeichnet werden und künftig z. B. als gesponserte Follow-up-Fragen oder Paid Media neben der Antwort erscheinen, während die Antworten weiterhin von der KI generiert werden und nicht von den Werbepartnern selbst beeinflusst sind [3]. 

Beziehen Sie Werbung in generativen KI-Systemen künftig in Ihre Marketing-Überlegungen mit ein. Für den Mittelstand wird dieses Thema absehbar an strategischer Bedeutung gewinnen. 

In unseren Formaten informieren wir Sie kontinuierlich über aktuelle Entwicklungen im KI-Umfeld und zeigen auf, wie Sie Ihr Unternehmen in diesem Kontext souverän und vorausschauend aufstellen können. Dabei ordnen wir neue Konzepte wie GEO/GAIO und GAIA ein, setzen sie in Relation zu SEO und SEA und vermitteln praxisnahe Ansätze, wie Unternehmen künftig mit diesen Veränderungen umgehen können. 

Referenzen:

  1. https://openai.com/de-DE/index/our-approach-to-advertising-and-expanding-access/ 
  2. https://www.businessinsider.de/wirtschaft/chatgpt-erreicht-800-millionen-woechentliche-nutzer-doppelt-so-viele-wie-alle-hauptkonkurrenten-zusammen/ 
  3. https://www.perplexity.ai/de/hub/blog/why-we-re-experimenting-with-advertising 
23.02.26

Weitere Informationen

Kontakt

Erik Dethier
  • Grantham-Allee 20
  • 53757 Sankt Augustin
David Golchinfar

1
2
3
4
5
6
 
Das Mittelstand-Digital Netzwerk bietet mit den Mittelstand-Digital Zentren und der Initiative IT-Sicherheit in der Wirtschaft umfassende Unterstützung bei der Digitalisierung. Kleine und mittlere Unternehmen profitieren von konkreten Praxisbeispielen und passgenauen, anbieterneutralen Angeboten zur Qualifikation und IT-Sicherheit. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ermöglicht die kostenfreie Nutzung der Angebote von Mittelstand-Digital. Weitere Informationen finden Sie unter www.mittelstand-digital.de.