Ziel des Workshops war es, die Teilnehmenden sowohl inhaltlich als auch praktisch an VR heranzuführen und ein ungezwungenes Ausprobieren zu ermöglichen. Dadurch sollen Hemmschwellen abgebaut und die Teilnehmenden möglichst gut für den Umgang mit VR ausgerüstet werden. Die folgenden Erkenntnisse basieren auf den Erfahrungen und dem Teilnehmendenfeedback aus dem ersten Workshop.
Durchführung am besten in Präsenz
Der Workshop wurde in einem hybriden Format umgesetzt: Sechs Teilnehmende sowie eine Workshopleiterin der Stiftung waren gemeinsam vor Ort, während zwei Moderatorinnen des Zentrums Fokus Mensch remote zugeschaltet waren, um ein mögliches Online-Onboarding direkt von Beginn an zu testen.
Dabei zeigte sich, dass eine verantwortliche Person vor Ort einen entscheidenden Mehrwert bietet, da sie bei technischen Herausforderungen direkt unterstützen kann. Auch gemeinsame physische Anwesenheit der Teilnehmenden hatte eine positive Wirkung, da sie sich gegenseitig sowohl technisch als auch emotional unterstützten. Die Beobachtung, dass andere ebenfalls wenig Erfahrung mit VR hatten, wirkte für einige Teilnehmende zusätzlich entlastend.
Besonders geeignet ist daher ein Präsenzformat beziehungsweise ein hybrides Setting, bei dem alle Teilnehmenden sowie mindestens eine verantwortliche Person vor Ort sind. Sofern nur eine remote-Durchführung möglich ist, sollte der Workshop am besten auf drei bis fünf Teilnehmende begrenzt werden und auf allen VR-Brillen sollte Screencasting (Live-Übertragung der VR-Ansicht auf einen Computer) eingerichtet werden.
Um den Onboarding-Prozess möglichst flexibel und einfach umsetzbar zu halten, wird das Einrichten der VR-Brillen sowie die Vermittlung der theoretischen Grundlagen zukünftig außerhalb des Workshops stattfinden. Teilnehmende können sich vorab mithilfe von Selbstlernmaterial eigenständig einarbeiten und mit der VR-Brille vertraut machen. Der eigentliche Workshop kann sich dann gezielt auf Fragen, Bedenken und das praktische Erleben von VR-Anwendungen konzentrieren. Das Selbstlernmaterial steht auf dieser Seite zum Download zur Verfügung.
Schrittweises Heranführen und klares Erwartungsmanagement
Ein zentrales Feedback der Teilnehmenden war der Wunsch nach einer stärker schrittweisen Einführung in die Nutzung der VR-Technologie.
Statt mit theoretischen Grundlagen zu VR zu beginnen, sollte der Einstieg über die Einrichtung und erste Nutzung der VR-Brille erfolgen. Theoretische Grundlagen können ohne den praktischen Bezug sonst sehr abstrakt wirken.
Gleichzeitig bestand für das Ausprobieren der VR-Anwendungen der Wunsch nach einer ausführlicheren Einführung in das Szenario und die Aufgabe, um vorab einschätzen zu können, was einen erwartet.
Generell empfiehlt es sich, auch Screenshots aus der VR-Umgebung in die Einführung zu integrieren, damit die Teilnehmenden sich schon vorab orientieren können.
Sicherheit und Vertrauen schaffen
Einige Teilnehmende hatten anfangs Bedenken, Fehler zu machen und waren gehemmt, die Anwendungen frei auszuprobieren. Diese Hemmungen konnten reduziert werden, nachdem darauf hingewiesen wurde, dass sie nichts falsch oder kaputt machen können und dass bei Schwierigkeiten nicht sie schuld sind, sondern das System. Hinweise wie diese, die auch aus typischen Nutzerstudien in der Menschzentrierten Gestaltung bekannt sind, sollten daher direkt am Anfang kommuniziert werden. Darüber hinaus sollte kommuniziert werden, dass Fragen ausdrücklich erwünscht sind und ernst genommen werden. Damit wird eine offene, wertschätzende Atmosphäre geschaffen, die für das Gelingen des Workshops essenziell ist.
Erstes Feedback zur Wirkung des Workshops
In einer abschließenden Feedbackrunde wurden die Teilnehmenden gefragt, inwiefern sich ihre Einstellung zu VR durch den Workshop verändert hat. Unmittelbar nach dem Workshop nahmen bereits die Hälfte der Teilnehmenden eine positive Veränderung hinsichtlich ihrer Einstellung war. Die Langzeitauswirkungen gilt es für das Unternehmen jetzt zu beobachten und reflektieren.
Dateien
- VR-Selbstlernmaterial.pdf
- pdf3 MB
Weitere Informationen
Kontakt
Anika Piccolo
- Hochschule der Medien
- Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
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