Open Source kennen viele bereits aus dem privaten Umfeld
Viele Menschen nutzen Open-Source-Software bereits privat, oft ohne es bewusst wahrzunehmen. Beispiele sind der VLC Media Player, GIMP zur Bildbearbeitung oder Mozilla Firefox und Thunderbird für Web und E-Mail. Diese Tools sind im privaten Umfeld bereits stark verbreitet und akzeptiert. Was weniger bekannt ist, ist die Tatsache, dass es auch im Unternehmenskontext für nahezu jede zentrale Software-Kategorie ausgereifte Open-Source-Lösungen gibt.
Open Source im Unternehmen: Mehr als nur eine Alternative
Für klassische Enterprise-Software wie CRM-, ERP- oder Kollaborationssysteme existieren heute etablierte Open-Source-Lösungen, die auch im professionellen Einsatz überzeugen:
- CRM-Systeme: z. B. Odoo
- ERP-Systeme: z. B. ERPNext
- Textverarbeitung & Office: LibreOffice oder OpenOffice
- Teamkommunikation: Mattermost oder Rocket.Chat als Alternativen zu Slack
- Websites & Content: WordPress als weit verbreitete Open-Source-Lösung
- Dateiablage & Zusammenarbeit: Nextcloud
- Videokonferenzen & Lehre: Jitsi Meet oder BigBlueButton
Diese Systeme lassen sich häufig modular einsetzen, anpassen und auf eigenen Servern betreiben, was einen zentralen Vorteil für Datenschutz und Kontrolle darstellt. Die Eigenkontrolle ist ein Vorteil, die Aufwände in Verbindung mit der eigenen Umsetzung können jedoch auch einen Nachteil darstellen.
Open Source gewinnt auch politisch an Bedeutung
Aktuelle Entwicklungen zeigen, dass Open Source nicht nur für Unternehmen, sondern auch für den öffentlichen Sektor an Bedeutung gewinnt. So stellen beispielsweise das österreichische Bundesheer [1] sowie das dänische Digitalministerium [2] schrittweise von proprietärer Microsoft-Software auf LibreOffice und Linux-basierten Betriebssysteme um. Gründe sind unter anderem Kostenkontrolle, Sicherheit und die Souveränität der IT in der staatlichen Verwaltung. Diese Beispiele verdeutlichen, dass Open Source längst kein Nischenthema mehr ist.
Orientierung im Open-Source-Dschungel
Wer sich erstmals mit Open Source beschäftigt, steht schnell vor einer großen Auswahl. Hilfreich sind Übersichtsseiten und Vergleichsportale, die alternative Software nach Einsatzbereichen strukturieren. Plattformen wie beispielsweise „alternativeto.net“ bieten einen guten Einstieg, um passende Open-Source-Alternativen zu bekannten Produkten zu suchen.
Open Source und KI: Große Chancen, neue Herausforderungen
Auch im KI-Umfeld entstehen zunehmend leistungsfähige Open-Source-Sprachmodelle als Alternativen zu proprietären Lösungen wie ChatGPT oder Gemini. Beispiele sind Qwen3, Llama 4 oder Mistral. Eine große Herausforderung ist hier jedoch, dass diese Modelle eigene Infrastruktur sowie technisches Know-how für Betrieb und Wartung erfordern. Das stellt für einige KMU eine Herausforderung dar, sowohl hinsichtlich der benötigten Kompetenzen als auch der anfallenden Kosten.
In unseren Formaten zeigen wir Mittelständlern kontinuierlich in Workshops und Veranstaltungen, wie sie sich diese Kompetenzen aneignen können. Zur Erprobung von Lösungen eignen sich hierbei schnelle, kleine Prototypen. Solche Ansätze haben wir in Praxisprojekten gezeigt, etwa im Wissensmanagement mit einem Gaming-Laptop, auf dem bereits kleinere KI-Sprachmodelle laufen (mehr erfahren).
Fazit: Souveränität beginnt mit Wissen
Open Source bietet Unternehmen die Chance, Abhängigkeiten zu proprietärer Software zu reduzieren und langfristig souveräner zu agieren. Entscheidend ist jedoch, die richtigen Einsatzszenarien zu identifizieren und intern Kompetenzen aufzubauen.
Wie das Gelingen kann und welche Open-Source-Ansätze sich für KMU konkret eignen, zeigen wir laufend in unseren Workshops und Veranstaltungen. Abonnieren Sie gerne unseren Newsletter, um über aktuelle Formate informiert zu bleiben!
[1] https://www.heise.de/news/Oesterreichs-Bundesheer-stellt-auf-LibreOffice-um-10660756.html
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Erik Dethier
- Hochschule Bonn-Rhein-Sieg
- Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
- Grantham-Allee 20
- 53757 Sankt Augustin