In einer Welt, in der wir täglich Online‑Banking nutzen, einkaufen, Nachrichten verschicken oder uns bei sozialen Netzwerken anmelden, sind Passwörter zu einem der zentralsten Bausteine unserer digitalen Identität geworden. Sie schützen nicht nur persönliche Daten, sondern oft auch finanzielle Informationen und Zugänge zu Diensten, die wir tagtäglich benötigen.
Umso entscheidender ist es, dass diese Passwörter stark, einzigartig und schwer zu erraten sind.
Was macht Passwörter so wichtig?
Passwörter sind der erste Schutzwall gegen unbefugten Zugriff – egal ob auf den E‑Mail‑Account, das Smartphone, das Onlinebanking oder Social‑Media‑Profile.
Gerade das E-Mail-Konto hat dabei eine Schlüsselrolle: Es ist oft das Zentrum unserer digitalen Identität. Wer Zugriff darauf hat, kann bei vielen anderen Diensten Passwörter zurücksetzen lassen – ein Risiko, das viele unterschätzen.
Noch wichtiger:
Viele Angriffe erfolgen automatisiert, z. B. über sogenannte Brute-Force‑Attacken oder durch das Ausprobieren häufig verwendeter Passwörter. Ein schwaches Passwort macht es Cyberkriminellen unnötig leicht.
Was ist ein starkes Passwort?
Ein starkes Passwort sollte:
- mindestens 12 Zeichen haben (bei höherem Schutzbedarf gern 18)
- Groß- und Kleinbuchstaben enthalten
- Zahlen integrieren
- Sonderzeichen verwenden
- für jeden Dienst unterschiedlich sein
Warum diese Kriterien?
Weil jedes zusätzliche Zeichen und jede Variation die Anzahl möglicher Kombinationen vervielfacht – und so die Zeit, die ein Angriff bräuchte.
Starke Passwörter, die man sich trotzdem merken kann
Viele Menschen verwenden Geburtsdaten oder den Namen des Haustiers – leicht für Angreifer zu erraten. Dabei gibt es eine clevere Methode, starke und zugleich merkbare Passwörter zu erstellen: Passphrasen.
Hierfür gibt es eine kurze Anleitung:
- Nimm ein Sprichwort, einen Lieblingsvers oder einen Satz aus einem Lied.
- Verwende die Anfangsbuchstaben jedes Wortes.
- Ergänze Zahlen und Sonderzeichen.
Ein Beispiel: Aus „Freude schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium, wir betreten Feuertrunken, Himmlische dein Heiligtum“ mit dem Geburtsjahr von zum Beispiel der Katze oder der Hausnummer der ersten Wohnung “17” wird dann: FsGTaEwbFhdH!17
Das Ergebnis:
- 15 Zeichen
- komplex
- einzigartig
- merkbar, wenn man die Quelle kennt
Fehler, die Sie vermeiden sollten
Bitte vermeiden Sie es gleiche Passwörter für mehrere Dienste zu nutzen, persönliche Daten (Geburtsdaten, Namen) zu verwenden, sehr kurze Passwörter zu verwenden oder Tastaturmuster wie „asdf1234“ zu verwenden. Diese sind meist leicht zu erraten oder durch Nachforschungen auf Sozialen Medien zu finden.
Bonus: Mehr Sicherheit durch 2‑Faktor‑Authentifizierung & Passwortmanagement
Ein starkes Passwort ist der erste Schritt – aber noch sicherer wird ein Konto mit 2‑Faktor‑Authentifizierung (2FA).
Hier wird beim Login zusätzlich ein zweiter Nachweis verlangt, z. B. ein einmaliger Code per SMS oder eine App wie zum Beispiel Microsoft Authenticator.
Die sicheren Passwörter können dann zum Beispiel in einem Passwortmanager verwaltet werden. Mehr Informationen hierzu gibt es nächste Woche hier. Also bleiben Sie auf dem laufenden!
Fazit
Starke Passwörter sind kein technischer Luxus, sondern eine unverzichtbare Grundlage für digitale Sicherheit. Mit ein paar einfachen Regeln lassen sich Passwörter erstellen, die sowohl sicher als auch gut merkbar sind. Und zusammen mit einem klugen Umgang bei der Verwaltung sowie moderner 2‑Faktor‑Authentifizierung sind Sie optimal geschützt.
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Michelle Walther
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