Was hat sich seit der UIG-Studie 2011 insgesamt getan?
Grundsätzlich können wir die in der UIG-Studie 2011 identifizierten zentralen Einflüsse im Prozess von der Einstellungs- und Diskursbildung, über die Schaffung interner Strukturen und Prozesse bis zu Produkten mit einer guten UUX und einem erfolgreichen Unternehmen bestätigen. Wir sehen aber auch, dass sich das Feld der Softwareindustrie und damit die Einflussfaktoren in dem Modell verschoben haben (vgl. untenstehende Abbildungen):
- Prozesse und Strukturen: Die Anwendereinbindung war 2011 zentraler Differenzierungsfaktor, heute ist sie Standard. Wettbewerbsvorteile entstehen nun durch formalisierte Gestaltungsrichtlinien (z.B. Styleguides) und eine frühzeitige, dokumentierte UUX-Verankerung in Entwicklungsprozessen.
- Kognitive Verankerung: Spezialisiertes UUX-Expertenwissen war 2011 entscheidend, heute werden UUX-Kompetenzen bei Entwicklerinnen und Entwicklern vorausgesetzt. Die Differenzierung entsteht nun vor allem darüber, ob UUX im täglichen organisationalen Diskurs präsent ist, zum Beispiel in Meetings ebenso wie in informellen Gesprächen.
- Externe Unterstützung: Dienstleister und Fachmedien waren 2011 unverzichtbar, heute genügen interne Kompetenzen für sehr gute UUX. Eine zu starke Abhängigkeit von außen signalisiert fehlende eigene Expertise und wirkt langfristig nachteilig. Unverändert wichtig bleiben der Kundeneinfluss sowie stabile Netzwerke mit Hochschulen, Verbänden und anderen Softwareproduzenten.
Vertiefende und zusätzliche Ergebnisse der Studie zu diesem Thema finden Sie in der UIG-Studie II (ab S. 12).