Besonders greifbar wird diese Frage bei einem Werkzeug, das inzwischen fast überall auftaucht, dem KI-Präsentationsgenerator. Dienste wie Gamma, Canva oder Beautiful.ai erzeugen aus wenigen Stichworten eine fertige Foliensammlung. Das spart Zeit. Doch was Unternehmen dort hineinschreiben, ist selten belanglos. Es sind Quartalszahlen, Angebotskalkulationen, Produktplanungen und Vertriebsargumentationen. Genau jenes Material also, das man ungern in einer fremden Infrastruktur zwischenspeichert.
An dieser Stelle setzt das quelloffene Projekt Presenton an. Es erzeugt aus einem Stichwort oder einem hochgeladenen Dokument eine vollständige Präsentation und exportiert sie als echte, weiterbearbeitbare PowerPoint-Datei. Der Unterschied zu den genannten Anbietern liegt nicht im Funktionsumfang, sondern im Betriebsort. Die Software läuft auf einem Server im eigenen Haus, auf einer virtuellen Maschine beim deutschen Hoster oder im Zweifel auf einem Rechner ganz ohne Internetverbindung.
Wie die Software arbeitet, lässt sich am Ablauf der Erzeugung nachvollziehen. Zwischen der Eingabe „Erstelle eine Präsentation zu unseren Vertriebszahlen“ und der fertigen Datei liegen fünf Arbeitsschritte. Zunächst entsteht eine Gliederung, die dem Nutzer zur Prüfung vorgelegt wird. Dann wählt das System für jede Folie ein passendes Layout aus. Erst danach werden die eigentlichen Folieninhalte erzeugt, anschließend Bilder und Symbole beschafft, und zuletzt wird daraus die PowerPoint-Datei gebaut. Jeder dieser Schritte berührt Unternehmensdaten.
Das Entscheidende ist, dass sich bei Presenton jede dieser Stufen einzeln nach innen holen lässt. Das Sprachmodell kann über eine einzige Einstellung auf einen lokal betriebenen Anbieter umgeschaltet werden, auf ein unternehmenseigenes Gateway oder auf jeden europäischen Dienst mit gängiger Schnittstelle. Die Bilderzeugung ist davon vollständig entkoppelt und kann im eigenen Netz stattfinden oder ganz abgeschaltet werden. Die optionale Websuche lässt sich auf eine selbst betriebene Suchmaschine richten, statt Google zu befragen. Hochgeladene Dokumente werden lokal ausgelesen, einschließlich Texterkennung für eingescannte PDF-Dateien. Selbst die Suche nach passenden Symbolen arbeitet mit einem kleinen Modell, das fest mitgeliefert wird und ohne jede Netzverbindung funktioniert. Genau daran scheitern Cloud-Dienste strukturell. Dort ist nicht das Modell die Blackbox, sondern die gesamte Verarbeitungskette.
Zur Redlichkeit gehört allerdings ein Hinweis. Souverän nutzbar ist nicht dasselbe wie souverän im Auslieferungszustand. Nach der Installation sammelt die Software anonyme Nutzungsstatistiken, und zwar standardmäßig eingeschaltet. Es gibt dafür einen sichtbaren Schalter, aber es handelt sich um ein Abwählen und nicht um ein Anwählen. Die souveräne Konfiguration ist also eine bewusste Entscheidung, die jemand treffen muss. Eine Einstellung verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Sie friert die Anbieterkonfiguration ein, sodass Mitarbeitende nicht eigenmächtig auf einen externen Dienst umschalten können. Ohne diesen Schalter nützt die beste lokale Installation wenig, wenn jemand seinen privaten Zugangsschlüssel hinterlegt. Ebenso wichtig zu wissen ist, dass Funktionen, die größere Organisationen erwarten, nicht Teil des offenen Lizenzteils sind. Dazu zählen revisionssichere Protokolle, zentrale Administration und die Anbindung an die unternehmenseigene Anmeldung.
Für KMU ist das mehr als eine technische Randnotiz. Denn der praktische Mehrwert liegt an einer Stelle, die in der Diskussion regelmäßig übersehen wird, nämlich beim Corporate Design. Jedes mittelständische Unternehmen hat eine PowerPoint-Vorlage, gewachsen über Jahre, mit Hausfarben, Hauslogo und jenen drei Folienarten, die tatsächlich benutzt werden. Genau an dieser Vorlage scheitern Cloud-Generatoren. Ihre Ergebnisse sehen aus wie das Produkt des Anbieters und nicht wie das eigene Unternehmen. Was dann folgt, kennt jeder. Die KI spart zwanzig Minuten beim Texten und kostet vierzig beim Umformatieren. Presenton dreht dieses Verhältnis um. Die bestehende Firmenvorlage wird eingelesen und in wiederverwendbare Layouts zerlegt, wobei das System unterscheidet, welche Elemente feste Gestaltung sind und welche später mit Inhalt befüllt werden dürfen. Vereinfacht gesagt wird die eigene Vorlage zum Bauplan für die KI.
Hinzu kommen zwei wirtschaftliche Argumente. Es gibt keine Lizenzkosten pro Arbeitsplatz. Wer viele Gelegenheitsnutzer hat, von denen jeder zwei Präsentationen im Quartal erstellt, rechnet damit deutlich günstiger als mit einem Abonnement. Und die Software lässt sich über eine Schnittstelle ansprechen, womit sich der Nutzen verschiebt. Es geht dann nicht mehr um den schnelleren Foliensatz, sondern um Präsentationen, die von selbst entstehen. Der Monatsbericht aus der Warenwirtschaft, die Angebotspräsentation aus dem Kundenmanagement oder die Schulungsunterlage aus einer Prozessdokumentation sind alles Aufgaben, die heute jemand am Donnerstagnachmittag erledigt, weil sie erledigt werden müssen.
Was also tun? Wichtig ist zunächst, die Frage präziser zu stellen als üblich. Statt sich auf die Wahl zwischen lokalem und fremdem Modell zu beschränken, sollten Unternehmen prüfen, welche Schritte ihrer Verarbeitungskette schützenswerte Daten berühren und bei welchen davon sie tatsächlich die Wahl haben. Ein Pilotversuch ist dabei überschaubar, sofern der Zugang zu einem geeigneten Modell bereits geklärt ist. Die Software selbst lässt sich mit einem einzigen Befehl auf einem Server starten oder als Desktop-Anwendung auf dem eigenen Rechner ausprobieren. Der Aufwand steckt an anderer Stelle. Wer auf einen externen Anbieter zurückgreift, braucht lediglich einen Zugangsschlüssel und ist in wenigen Minuten arbeitsfähig, gibt damit aber genau jene Kontrolle ab, um die es eigentlich geht. Wer stattdessen ein Modell im eigenen Haus betreiben möchte, benötigt eine passende Grafikkarte und etwas Erfahrung mit deren Einrichtung. Für viele Unternehmen ist deshalb ein zweistufiges Vorgehen sinnvoll, bei dem zunächst mit einem externen Modell und unkritischen Inhalten geprüft wird, ob das Werkzeug überhaupt zum eigenen Arbeitsalltag passt, und erst danach über den Betrieb im eigenen Netz entschieden wird. Die eigentliche Arbeit beginnt danach. Es lohnt sich, die eigene Firmenvorlage sorgfältig einzulesen und zu prüfen, was das System als veränderbar und was es als unantastbar erkannt hat. Diese Stunden sind gut investiert, weil sie den Unterschied zwischen einem beeindruckenden Demonstrationstermin und einem Werkzeug ausmachen, das im November noch benutzt wird. Und schließlich sollte die Konfiguration vor dem Produktivbetrieb bewusst gesetzt und nicht im Auslieferungszustand belassen werden.
Die zentrale Botschaft lautet also: Digitale Souveränität bei KI entscheidet sich nicht an einer einzigen Stelle, sondern an jeder Station der Verarbeitungskette. Wer im Mittelstand KI-Werkzeuge einsetzt, sollte sich nicht mit der bequemen Lösung zufriedengeben, sondern prüfen, welche Bausteine sich ins eigene Haus holen lassen und welche bewusst draußen bleiben dürfen. Erst durch eine Kombination aus offener Software, durchdachter Konfiguration und der eigenen, gewachsenen Gestaltungsvorlage entsteht ein Werkzeug, das im Arbeitsalltag trägt und damit die richtigen Weichen für einen erfolgreichen und sicheren KI-Einsatz im deutschen Mittelstand stellt.
Falls Sie Interesse daran haben, sich das Projekt selbst anzusehen, finden Sie es unter https://github.com/presenton/presenton.git.
Dieser Text wurde mit Unterstützung von Künstlicher Intelligenz erstellt.