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Der Nutzerklima-Test 2026 liefert erstmals bundesweit vergleichbare Daten zur Nutzerfreundlichkeit digitaler Services in deutschen Städten. Die Ergebnisse zeigen, wo Angebote im Alltag tragen und wo sie hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die UIG-Tagung 2026 am 24. und 25. September in Karlsruhe greift die Befunde inhaltlich auf und verbindet sie mit Perspektiven aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft.

Mit dem Nutzerklima-Test 2026 liegt erstmals eine bundesweit vergleichbare Erhebung zur Wahrnehmung digitaler Services in deutschen Städten vor. Durchgeführt vom UIG e.V. gemeinsam mit dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), erfasst die Studie zwischen November 2025 und April 2026 die Einschätzungen von 1.972 Bürgerinnen und Bürgern aus 251 Städten und Gemeinden.

Die Ergebnisse machen sichtbar, wie digitale Angebote im Alltag tatsächlich von Bürgerinnen und Bürgern wahrgenommen werden – und liefern damit eine Grundlage, auf die Städte, softwareherstellende Unternehmen/ Fachverfahrenhersteller und Verwaltungen ihre Weiterentwicklung beziehen können. Die UIG-Tagung 2026 am 24. und 25. September in Karlsruhe greift die Befunde unter dem Titel „Nutzerfreundlich digital – für ein besseres Leben" inhaltlich auf.

Der bundesweite Nutzerklima-Index erreicht einen Durchschnittswert von 3,39 auf einer Skala von 1 bis 5. Die konkret bewerteten digitalen Services liegen mit einem SUS-Wert von 69,80 nur leicht über dem etablierten Orientierungswert von 68 Punkten für durchschnittliche Gebrauchstauglichkeit. Beide Kennzahlen weisen in dieselbe Richtung: Digitale Services werden grundsätzlich als brauchbar erlebt, überzeugen aber im Alltag noch nicht durchgängig. Innerhalb der fünf Dimensionen des Nutzerklimas – Nützlichkeit, Nutzbarkeit, Nutzerzufriedenheit, Nutzungserlebnis und technische Zuverlässigkeit – fallen die Bewertungen für Nutzungserlebnis und Nutzerzufriedenheit am schwächsten aus, während die Nützlichkeit am besten beurteilt wird. Der Mehrwert digitaler Angebote ist also erkennbar, die konkrete Nutzung bleibt jedoch häufig hinter den Erwartungen zurück.

Für das bundesweite Städte-Ranking wurden Mindestfallzahlen definiert. Diese Kriterien erfüllten zwölf Städte. An der Spitze steht Rastatt mit einem Nutzerklima-Index von 4,17 und einem SUS-Wert von 86,67 Punkten. Die Daten zeigen zugleich, dass die Größe einer Stadt allein kein verlässlicher Hinweis auf die wahrgenommene Qualität digitaler Services ist; mehrere kleinere Städte erreichen bessere Bewertungen als größere. Auch zwischen den Servicebereichen gibt es Unterschiede. Die höchsten SUS-Werte erzielen Angebote aus Freizeit und Tourismus mit 73,47 Punkten sowie Bildung und Soziales mit 70,63. Verwaltungs- und Bürgerdienste liegen mit 69,69 Punkten nahe am Bundesdurchschnitt, während der Bereich Gesundheit und Wohlbefinden mit 67,46 Punkten unterhalb des Orientierungswerts bleibt.

Über die quantitativen Kennzahlen hinaus liefern die Freitextantworten konkrete Hinweise darauf, woran digitale Services im Alltag scheitern. Besonders häufig werden fehlende Terminverfügbarkeiten, Medienbrüche und eine unzureichende Optimierung für mobile Endgeräte genannt. Wenn ein Termin online gebucht werden soll, jedoch keine passenden Slots verfügbar sind, wird der digitale Service insgesamt negativ erlebt – unabhängig von seiner technischen Qualität. Auch Prozesse, die digital beginnen, aber für Unterschrift, Nachweis oder Vorsprache analog fortgesetzt werden müssen, verlieren einen Teil ihres Nutzens. Positiv hervorgehoben werden Angebote, die vollständig digital nutzbar, übersichtlich aufgebaut und leicht auffindbar sind.

Für Städte sowie auch für softwareherstellende Unternehmen liefert der Nutzerklima-Test eine konkrete Arbeitsgrundlage. Er ergänzt klassische Digitalisierungskennzahlen um die Perspektive der Nutzenden und macht damit sichtbar, an welchen Stellen digitale Services im Alltag funktionieren und an welchen nicht. Auf dieser Basis lassen sich Verbesserungsmaßnahmen gezielt planen und im Zeitverlauf nachvollziehen.

An diese Befunde knüpft die UIG-Tagung 2026 inhaltlich an. Das Programm verbindet Beiträge aus Wissenschaft, Verwaltung und Wirtschaft. Vertreterinnen und Vertreter der Städte Augsburg und Mannheim berichten über ihre Wege zwischen Anspruch und Realität in der digitalen Verwaltung. Der DigitalService des Bundes thematisiert Standards für nutzerfreundliche Verwaltungsservices, das Karlsruher Institut für Technologie beleuchtet die Verbindung von Fachverfahren und Datenkatalogen sowie KI-gestützte Arbeitsweisen. Unternehmensseitig zeigen unter anderem conet, UID, Shapefield, „die firma . experience design" und Tobit Laboratories, wie sich UX-Methoden, Kennzahlen und integrierte Stadtplattformen in der Praxis umsetzen lassen. Künstliche Intelligenz wird auch stets im Fokus gehalten als Thema, das Einfluss hat auf Gestaltung, Nutzung und Wahrnehmung digitaler Services – und damit natürlich auch das Nutzerklima messbar beeinflussen kann.

Die UIG-Tagung 2026 richtet sich an UX-Verantwortliche, Product- und Dev-Leads, Digitalverantwortliche in Städten und Kommunen sowie an mittelständische Unternehmen, die digitale Services für den städtischen Kontext entwickeln. Der Konferenztag am 24. September bietet Vorträge und Raum für fachlichen Austausch, der Workshop-Tag am 25. September vertieft Themen zur Rolle von KI in der Gestaltungsarbeit und zur Neuausrichtung des User Research.

Die Tagung findet im Haus der Jugendverbände „Anne Frank" in Karlsruhe statt. Für Mitglieder des UIG e.V. ist die Teilnahme kostenfrei; mittelständische Unternehmen im Mittelstand-Digital Netzwerk erhalten 100 Prozent Rabatt auf das Konferenzticket.

Die vollständigen Ergebnisse des Nutzerklima-Tests stehen unter www.nutzerklima.de zur Verfügung. Weiterhin werden die Ergebnisse in einem Webinar am 8. Juli live vorgestellt und es gibt ausreichend Raum für Fragen.

 

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30.06.26

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