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Auf der UIG-Tagung 2026 hält Thomas Steinmetz von der JS-Soft AG den Vortrag „Würde statt Stigma durch UX-Design für digitale Sozialpässe und diskriminierungsfreie Teilhabe“. Darin berichtet er anhand konkreter UX-Herausforderungen bei der Ansprache digital weniger erfahrener Menschen über die Gestaltung verständlicher Prozesse und erörtert die Frage, wie Vertrauen in digitale Nachweise entsteht.

Wie können digitale Sozialpässe gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen, ohne Menschen zu stigmatisieren? Gemeinsam mit der Stadt Heidelberg und im Rahmen der staatlichen EUDI-Wallet entwickelt die js-soft Wallet-Lösungen, die Berechtigungen nachweisen, ohne sensible Informationen offenzulegen. Dabei profitiert das Heidelberger Unternehmen von Erfahrungen aus bundesweiten Bildungsprojekten mit SPRIND, dem BMBF und den Ländern, mit denen gemeinsam gelernt wurde, wie wichtig Barrierefreiheit, niedrigschwellige Nutzerführung und Vertrauen für den Erfolg digitaler Identitäten sind. Der Vortrag zeigt anhand konkreter Praxisbeispiele, wie UX-Design Datenschutz, Würde und Selbstbestimmung in den Mittelpunkt stellen kann.

Viele digitale Verwaltungsangebote richten sich an Menschen, die ohnehin digital affin sind. Besonders herausfordernd wird die Gestaltung jedoch dort, wo vulnerable oder sozial benachteiligte Gruppen erreicht werden sollen. Im Rahmen eines Projekts mit der Stadt Heidelberg und der staatlichen EUDI-Wallet der SPRIND entwickeln und erproben wir digitale Sozialpässe, die soziale Teilhabe ermöglichen, ohne Betroffene öffentlich zu stigmatisieren. Ausgangspunkt war die grundlegende UX-Frage: Wie kann eine Berechtigung beantragt und nachgewiesen werden, ohne dabei sensible Informationen preiszugeben? Klassische Sozialpässe machen den Unterstützungsbedarf einer Person unmittelbar sichtbar und führen häufig zu unangenehmen Situationen beim Vorzeigen in Bus und Bahn oder an der Freibadkasse. Gemeinsam mit Betroffenen, Verwaltungsmitarbeitenden und Dienstleistern haben wir daher Interaktionskonzepte entwickelt, die lediglich die notwendige Berechtigung offenlegen und gleichzeitig die Privatsphäre der Nutzenden schützen.

Dabei greifen wir auf Erfahrungen aus bundesweiten Bildungsprojekten mit SPRIND, dem BMBF und verschiedenen Bundesländern zurück. Im Projekt „Mein Bildungsraum“ hat die js-soft digitale Identitätslösungen für Schüler:innen, Eltern, Studierende und Lehrkräfte entwickelt und gelernt, wie unterschiedlich digitale Kompetenzen ausgeprägt sind. Insbesondere die geringe Akzeptanz der eID, hohe Anforderungen an Barrierefreiheit und der Bedarf an niedrigschwelliger Nutzerführung haben unsere Gestaltungsentscheidungen geprägt. Der Vortrag zeigt, wie diese Erkenntnisse auf digitale Sozialpässe übertragen werden können und wie Wallet-Technologien diskriminierungsfreie Nutzererlebnisse ermöglichen. Dabei geht es um Datenschutz, Würde, Selbstbestimmung und soziale Akzeptanz. Wir berichten von konkreten UX-Herausforderungen bei der Ansprache digital weniger erfahrener Menschen, von der Gestaltung verständlicher Prozesse und von der Frage, wie Vertrauen in digitale Nachweise entsteht. Anhand funktionsfähiger Demonstratoren und erster Praxiserfahrungen diskutieren wir, wie digitale Identitäten gesellschaftliche Teilhabe fördern können und warum User Experience eine zentrale Voraussetzung für den Erfolg digitaler Verwaltungsleistungen ist.

Thomas Steinmetz

Thomas Steinmetz ist CTO und Vorstandsmitglied der j&s-soft AG. In dieser Rolle verantwortet er die technologische Strategie für sichere, skalierbare digitale Identitäts- und Wallet-Lösungen und begleitet deren Weg von der Open-Source-Innovation bis zur praktischen Anwendung in Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft.
Zuvor war er bereits als Architekt bei der j&s-soft AG (08/2019–10/2024) tätig und prägte dort die Entwicklung moderner, cloudbasierter Plattformen und nutzerzentrierter digitaler Lösungen. Parallel dazu gründete er die IDAS GmbH, bei der er als Founder & Lead Architect (03/2019–02/2023) eine Plattform für digitale Dienste entwickelte, die den einfachen und sicheren Einsatz digitaler Identitäten für Bürger:innen, Unternehmen und Organisationen ermöglichte.
Seine technische Expertise baute Thomas über nahezu 13 Jahre bei SAP in Walldorf (09/2006–07/2019) auf. Dort war er als Frontend Architect (03/2008–07/2019) tätig und beschäftigte sich mit innovativen Interaktions- und Visualisierungskonzepten sowie Zukunftstechnologien wie Sprachsteuerung, Augmented und Virtual Reality, Künstlicher Intelligenz und Blockchain. Zu seinen Schwerpunkten gehörten digitale Identitäten, Datenschutz, Sicherheit sowie die Integration verteilter Systeme und Blockchain-Dienste auf der SAP Cloud Platform. Thomas studierte Informatik an der Hochschule Karlsruhe (2004–2008) und schloss sein Studium als Diplom-Informatiker (FH) ab. Bis heute ist er in der Region Karlsruhe tief verwurzelt. Mit seiner langjährigen Erfahrung in Softwarearchitektur, digitalen Identitäten und Wallet-Technologien beschäftigt er sich insbesondere mit der Frage, wie komplexe Sicherheits- und Vertrauensmechanismen so gestaltet werden können, dass sie für Menschen intuitiv im Alltag tatsächlich nutzbar werden. Damit bewegt er sich an der Schnittstelle von Technologie, User Experience und digitaler Souveränität, einem zentralen Thema der UIG-Tagung 2026.

js-soft ist ein IT-Lösungsanbieter aus Heidelberg und entwickelt seit über 20 Jahren digitale Lösungen an der Schnittstelle von Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf digitalen Identitäten, Wallet-Technologien und vertrauenswürdigen Datenräumen, die Menschen eine sichere und selbstbestimmte Nutzung digitaler Dienste ermöglichen. Als Technologiepartner in Projekten mit SPRIND, Bundesministerien, Ländern und Kommunen gestaltet die j&s-soft nutzerzentrierte Lösungen für Bildung, Verwaltung und soziale Teilhabe. Dabei stehen Barrierefreiheit, Datenschutz, digitale Souveränität und eine verständliche User Experience im Mittelpunkt.
 

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01.09.26

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