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Auf der UIG-Tagung 2026 zeigt Natalie Thömmes von der Shapefield GmbH, wie der Wandel von der isolierten Entwicklung einzelner Features hin zur ganzheitlichen, erlebniszentrierten Produktentwicklung gelingt. Im Fokus steht, warum eine klare Produktvision sowie die enge Verzahnung von UX, Produktmanagement und Entwicklung entscheidend sind, um konsistente Nutzererlebnisse und einen messbaren Geschäftserfolg zu erzielen.

Viele Produktteams kämpfen noch immer mit historisch gewachsenen Silos, inkonsistenten Experiences und fehlendem strategischem Rückhalt für UX. Dabei sind die Erwartungen klar: Nutzende wollen nahtlose End-to-End-Erlebnisse und Unternehmen erwarten echten Business Impact. Ohne eine gemeinsame Produktvision bleibt selbst gutes Design wirkungslos.

Viele Organisationen stehen vor einer gemeinsamen Herausforderung: historisch gewachsene Produktlandschaften, in denen Teams über Jahre hinweg isoliert voneinander gearbeitet haben. Features wurden ohne übergreifende Vision entwickelt, Prozesse fragmentiert, Verantwortlichkeiten unklar verteilt. Das Ergebnis sind inkonsistente User Experiences, 2 Medienbrüche entlang der Customer Journey und eine interne Reibung, die Tempo und Qualität gleichermaßen kostet – und die sich mit jeder neuen Iteration weiter aufschichtet.

Für UX und Product Designer bedeutet das den täglichen Kampf gegen strukturelle Hindernisse. Hinzu kommt, dass ihre Arbeit in Organisationen noch immer häufig als operativer Dienstleister verstanden wird, statt als strategischer Treiber von Produktqualität und Geschäftserfolg. Diese Wahrnehmungslücke ist nicht nur frustrierend – sie verhindert aktiv, dass Design seinen vollen Beitrag leisten kann.

Gleichzeitig steigen die Anforderungen von außen: Nutzende erwarten nahtlose, konsistente End-to-End-Erlebnisse über alle Touchpoints hinweg. Unternehmen stehen unter zunehmendem Druck, messbare Business-Outcomes zu liefern und Investitionen in Produktentwicklung klar zu rechtfertigen. Ohne eine geteilte Produktvision und ein gemeinsames Verständnis von Qualität verpufft jedoch selbst das bestgestaltete Interface – es entsteht Design Debt statt nachhaltiger Wirkung. Natalie Thömmes’ Vortrag beleuchtet, wie Organisationen den Shift von isolierter Feature-Entwicklung hin zu einer ganzheitlichen, erlebniszentrierten Produktentwicklung vollziehen können. Ein zentraler Ansatzpunkt ist dabei die realistische Einschätzung des eigenen UX-Reifegrads – denn nur wer weiß, wo die Organisation heute steht, kann gezielte und priorisierte Maßnahmen zur Weiterentwicklung ableiten. Reifegrad-Modelle bieten hier einen strukturierten Rahmen, um blinde Flecken sichtbar zu machen und Veränderung gezielt anzugehen.

Der entscheidende Hebel liegt letztlich in der Überwindung disziplinärer Silos: UX, Produktmanagement und Development müssen nicht länger in getrennten Welten operieren, sondern eng verzahnt zusammenarbeiten – mit gemeinsamen Zielen, geteilten Prinzipien und einer klaren Produktvision als verbindendes Fundament. Nur so entsteht aus gutem Design echte organisationale Wirksamkeit und langfristiger Business-Impact.

 

Natalie Thömmes
Lead UX Design / Lead AI Design

Natalie Thömmes (Dipl.-Inf.) ist Lead UX Designerin bei Shapefield und leitet den Bereich AI Design. Mit über 16 Jahren Erfahrung gestaltet sie vor allem UX-Lösungen für Industrie, Engineering und Healthcare. Nach ihrem Studium der Digitalen Medien an der Hochschule Kaiserslautern arbeitete sie u.a. bei Ergosign und abat+. Sie verfügt über umfassende Expertise in UX-Leadership, Interaction Design und komplexen technischen Anwendungen und betreute u.a. namhafte Kunden wie Daimler oder EPLAN.

Die Shapefield GmbH ist ein Spezialanbieter für UX Engineering. Seit über zehn Jahren begleitet das Team Unternehmen bei der nutzerzentrierten Entwicklung komplexer Softwaresysteme - von der ersten Nutzerforschung bis zum fertigen, skalierbaren Design System. Das Team aus UX Designern und Entwicklern arbeitet dort, wo Komplexität, hohe Qualitätsanforderungen und langfristige Softwareentwicklung zusammenkommen, u.a in den Bereichen Industrie, Healthcare und Enterprise.

 

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30.06.26

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