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Achtsamkeit gegenüber digitalen Risiken ist kein einmaliges Training, sondern eine kontinuierliche Aufgabe. Das neue Jahr bietet eine gute Gelegenheit, bewusster mit E-Mails und digitalen Anfragen umzugehen – für sich selbst und für andere.

Der Jahreswechsel ist für viele ein Moment des Neuanfangs: neue Ziele, neue Projekte – und leider auch neue Gelegenheiten für Cyberkriminelle. Gerade zu Beginn des Jahres nimmt die Zahl von Phishing-Mails erfahrungsgemäß zu. Grund genug, sich erneut bewusst zu machen, wie Phishing funktioniert und wie man sich davor schützen kann.

Warum Phishing gerade zum Jahresstart besonders erfolgreich ist

Phishing-Mails nutzen gezielt Situationen, in denen Menschen mit vielen Informationen, Terminen oder organisatorischen Aufgaben konfrontiert sind (z.B. die Rückgabe von Geschenken, Versicherungswechsel). Typische Aufhänger zum Jahresbeginn sind etwa:

  • angebliche Rechnungen, Steuer- oder Vertragsdokumente
  • Hinweise zu Konto- oder Passwortaktualisierungen
  • vermeintliche Nachrichten von Banken, Lieferdiensten oder Arbeitgebern

Der Zeitdruck, der oft mit solchen Nachrichten erzeugt wird, führt dazu, dass Warnsignale leichter übersehen werden.

Was ist Phishing?

Beim Phishing versuchen Angreifer:innen, über täuschend echte E-Mails, Nachrichten oder Webseiten an vertrauliche Informationen zu gelangen – etwa Zugangsdaten, Kreditkarteninformationen oder persönliche Daten. Die Nachrichten wirken häufig seriös und sind optisch kaum von echten Mitteilungen zu unterscheiden.

Typische Warnsignale von Phishing-Mails

Auch wenn Phishing-Mails immer professioneller werden, gibt es einige Hinweise, die misstrauisch machen sollten:

  • unpersönliche Anrede oder ungewöhnliche Formulierungen
  • dringende Aufforderungen („sofort handeln“, „Konto wird gesperrt“)
  • unerwartete Anhänge oder Links
  • Drohungen: „Wenn Sie das nicht tun, müssen wir Ihr Konto leider sperren …"
  • Sie sollen vertrauliche Daten wie die PIN für Ihren Online-Bankzugang oder eine Kreditkartennummer eingeben
  • Die URL des Hyperlinks stimmt nicht mit der echten URL der Organisation überein
  • Es sind mehrere Links in der Email enthalten
  • Die E-Mail scheint von einer bekannten Person oder Organisation zu stammen, die Absender E-Mail-Adresse ist aber eine andere
  • Der Text hat kein bestimmtes Layout und/oder HTML

Kein einzelnes Merkmal ist ein sicherer Beweis – doch mehrere Auffälligkeiten zusammen sollten Anlass zur Vorsicht geben.

Achtsamkeit statt Automatismus

Ein wirksamer Schutz gegen Phishing beginnt nicht bei der Technik, sondern beim Verhalten. Besonders hilfreich ist es,

  • E-Mails bewusst zu lesen statt nur zu überfliegen
  • bei Unsicherheit keine Links oder Anhänge zu öffnen
  • Informationen über einen zweiten, unabhängigen Kanal zu überprüfen

Diese kleine zusätzliche Aufmerksamkeit kann großen Schaden verhindern.

Ein guter Vorsatz fürs neue Jahr

Achtsamkeit gegenüber digitalen Risiken ist kein einmaliges Training, sondern eine kontinuierliche Aufgabe. Das neue Jahr bietet eine gute Gelegenheit, bewusster mit E-Mails und digitalen Anfragen umzugehen – für sich selbst und für andere.

Bleiben Sie wachsam, hinterfragen Sie Unerwartetes und nehmen Sie sich im Zweifel einen Moment mehr Zeit. Denn auch im neuen Jahr gilt: Nicht jede E-Mail ist das, was sie vorgibt zu sein.

09.01.26

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Michelle Walther

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