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Haben sich UUX-Praktiken in Deutschland etabliert?

Die zentrale Entwicklung der vergangenen zehn Jahre ist die weitreichende Institutionalisierung von UUX im deutschen Softwarefeld. UUX ist kein Nischenthema mehr, das einzelne spezialisierte Unternehmen von der Masse unterscheidet, sondern ein etablierter Bestandteil professioneller Softwareentwicklung. Diese Institutionalisierung zeigt sich auf mehreren Ebenen.

Auf der Prozessebene sind UUX-Praktiken, insbesondere in frühen Phasen der Softwareentwicklung, weit verbreitet und in vielen Unternehmen zur selbstverständlichen Routine geworden. Die Einbindung von Anwenderinnen und Anwendern in die Analyse- und Designphase (z.B. durch Interviews, Fokusgruppen, Personas oder User Journeys) ist im deutschen Softwarefeld zur Norm geworden. Nahezu kein Unternehmen gibt mehr an, Anwender vollständig aus dem Entwicklungsprozess auszuschließen. Auch der „Big Design Upfront“-Ansatz (i.e. die Ausgestaltung der Benutzerschnittstelle vor Beginn der eigentlichen Programmierung) hat sich als Standard etabliert.

Auf der organisationalen Ebene hat das Thema UUX in Geschäftsführungen Eingang gefunden: Die große Mehrheit der befragten Unternehmensführungen erkennt die Relevanz von UUX an und gibt an, die Umsetzung entsprechender Maßnahmen aktiv zu unterstützen. Darüber hinaus ist UUX in vielen Unternehmen explizit als Unternehmensziel formuliert und Teil des organisationalen Diskurses geworden: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tauschen sich im Arbeitsalltag – in dezidierten Meetings ebenso wie in informellen Gesprächen – über UUX aus.

Diese umfassende Institutionalisierung hat eine wichtige wettbewerbliche Konsequenz: Während eine gute UUX in der Vergangenheit ein positives Differenzierungsmerkmal war, ist sie heute zunehmend Grundvoraussetzung, deren Fehlen negative Auswirkungen auf Kundenzufriedenheit und Umsatz nach sich zieht.

Ergebnisse in Zahlen:

  • Für 78 % der Softwareproduzenten sind UUX-Kenntnisse bei der Auswahl neuer Mitarbeiter*innen wichtig
  • Nur 40 % der Softwareproduzenten geben an, dass sie Softwareentwickler*innen nicht zum Thema UUX weiterbilden. Alle anderen tun das mit unterschiedlicher Intensität.
  • In rund 73 % der Softwareunternehmen tauschen sich Mitarbeiter*innen rund um UUX-Themen intensiv aus – sei es in ihrem Arbeitsalltag oder bei Gesprächen an der Kaffeemaschine.

Vertiefende und zusätzliche Ergebnisse der Studie zu diesem Thema finden Sie in der UIG-Studie II (ab S. 68).

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