Wie hat sich die deutsche Softwareindustrie in den letzten Jahren entwickelt?
Die deutsche Softwareindustrie zeigt sich im Vergleich zu 2011 als strukturell stabil und hochgradig marktreif. Leistungsportfolios, Kundensegmente und Lizenzmodelle haben sich nur moderat verschoben. Webbasierte Anwendungen haben Desktoplösungen als dominante Benutzerschnittstelle abgelöst, mobile Anwendungen und Software-as-a-Service-Modelle sind heute Standard.
Trotz externer Krisen – insbesondere der Corona-Pandemie und geopolitischer Unsicherheiten – verzeichnet die Branche insgesamt positive Entwicklungen bei Umsatz, Beschäftigung und Kundenzufriedenheit. Dies gilt sowohl für Softwareproduzenten als auch für mittelständische Anwenderunternehmen und unterstreicht die Resilienz und strategische Bedeutung von Software für die deutsche Wirtschaft.
Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende regionale Einbettung: Kunden, Wettbewerber und Beschaffungsbeziehungen sind stärker als noch 2011 national bzw. regional verankert. Wissensquellen hingegen bleiben international, insbesondere über digitale, englischsprachige Angebote.
Ergebnisse in Zahlen:
- 78 % der Softwareproduzenten geben an, dass sich ihre Kunden im Bundesgebiet befinden (Mehrfachnennungen möglich).
- 67 % der Softwareproduzenten verorten ihre Wettbewerber ebenfalls im Bundesgebiet.
- 64 % der mittelständischen Anwenderunternehmen beschaffen ihre zuletzt angeschaffte Software bei Unternehmen in Deutschland.
- 62 % der Softwareproduzenten erzielen den größten Teil ihres Umsatzes durch Entwicklung und Implementierung von Individualsoftware (2011: 48 %)
Vertiefende und zusätzliche Ergebnisse der Studie finden Sie in der UIG-Studie II (ab S. 33).