Zur Zielgruppe gehören Personen, die sich in ihren Organisationen, Initiativen oder Netzwerken mit Digitalisierung beschäftigen und in diesem Bereich (mit-)entscheiden, ebenso wie Digitalisierungs-Expert:innen und Netzwerker:innen. Grundlegend für eine gelingende Ideenschmiede ist die Offenheit dafür, über Organisationsgrenzen hinweg über gemeinsame Lösungen und Shared Services nachzudenken.
In der Ideenschmiede reflektieren wir gemeinsam, ob es Schnittmengen und Synergiepotenzial zwischen Vereinen, Netzwerken, NGO´s aber auch Start-Ups und KMU gibt, Digitalisierung dort kooperativer zu denken, wo es ähnliche Herausforderungen zu bewältigen gibt: Hohe Kosten, Bedarf an (unabhängiger) digitaler Infrastruktur und Administration, Know-How und ethisch unbedenklichen, datenschutzkonformen Tools.
An welchen Stellen können Organisationen digitale Infrastruktur, Wissen und Ressourcen gemeinsam nutzen? Welche digitalen Bausteine könnten (auch finanziell) geteilt werden (Server, Cloud, Wissen, Tools) und welche fehlen?
Wäre es nicht spannend, wenn Studierende aus Informatik und Sozialwissenschaften entsprechende Tools entwickeln und fehlendes Wissen generieren?
Um dies zu ermöglichen, sitzen an drei Worldcafe-Tischen unterschiedliche Lehrpersonen, die eure Fragestellungen in Lehrveranstaltungen oder Abschlussarbeiten integrieren können. Wie das funktioniert, stellen sie euch am Anfang kurz vor – danach geht es in die gemeinsame Diskussion, Reflexion zu „Shared Services“, also Tools, Ressourcen, Wissen, welches über Organisationsgrenzen hinweg gemeinsam gedacht werden können.
Geleitet wird der Workshop durch das ROSI der Universität Hamburg, wo regelmäßig Fragestellungen aus der (Zivil-)Gesellschaft in universitäre Lehre integriert und diese koordiniert und beraten wird.
Die Lehrpersonen Tabea Hofmann und Johann Mayer aus dem Fachbereich Informatik (Arbeitsbereich Digitale Innovation und Transformation), Achim Oberg (Professor für Soziologie, insbes. digitale Sozialwissenschaft) und Arndt Leininger (Professor für Politikwissenschaft, insbes. Methoden und Gründungsmitglied von CorrelAid) stellen Lehrformate vor, in denen Anliegen aus der Praxis zum Thema Shared Services bearbeitet werden können.
Hier geht´s zur Haupteventseite und zur Anmeldung zum Event “Digitale Zukunft gemeinsam gestalten – Was brauchen Organisationen heute? Was brauchen Engagierte morgen?” in Hamburg am 18.11.2026 von 13:15 – 20:00 Uhr.
Hintergrund Shared Services:
Die zivilgesellschaftliche Landschaft ist heterogen, was Digitalisierung betrifft – von Open Source bis proprietärer Software, von analoger Karteikartenarbeit bis KI-Agenten. Einige Vereine können eigene digitale Infrastruktur nicht selbst gewährleisten, andere nutzen günstig zur Verfügung gestellte proprietäre Software, manche lehnen Big Tech konsequent ab und suchen nach alternativen gemeinsamen oder individuellen Lösungen.
Eine Herausforderung für alle ist der Kostendruck. Shared Services könnten hier eine Alternative sein, um das Überleben zu sichern.
Gemeinsam genutzte Tools können z. B. lokal bei der jeweiligen Organisation liegen, aber über gemeinsame Austauschformate kann Wissen über Anwendung, Betrieb usw. geteilt werden (Bsp. CiviCRM). Ebenfalls möglich ist die Variante, dass Organisationen eigene, geschützte Bereiche auf einem von einer oder mehreren Organisationen betriebenen Server nutzen (denkbar z. B. mit Nextcloud).
Aber auf welche Tools könnten sich viele einigen? Welche Bedarfe haben die unterschiedlichen Organisationen, Netzwerke, Engagierten? An welchen Stellen lohnt es sich, gemeinsam zu entscheiden oder weiter gemeinsam nachzudenken – was wären Bausteine, die Organisationen sich teilen können? Wo könnte bessere Qualität ohne zwingend höhere Kosten entstehen? Haben Start-Ups und KMU ähnliche Herausforderungen? Wo lohnt sich Kooperation und wo braucht es ggf. ganz neue Tools?
Unter dem Begriff Shared Ressources können auch Ideen einfließen, die über geteilte digitale Infrastruktur hinausgehen. Zum Bsp. Kooperationsmöglichkeiten im Rahmen von Corporate Social Responsibility (Unternehmerische soziale Verantwortung), Social Day´s mit Schwerpunkt Digitalisierung in kleinen Vereinen o. Ä.
Im Workshop denken wir gemeinsam mit den Teilnehmenden darüber nach, welche Fragestellungen oder konkreten Bedarfe (z. B. ein neues Tool für Anwendungsfall x) in Lehrformaten weitergedacht werden können. Auf diese Weise bleiben wir nicht bei der Diskussion oder beim Status Quo stehen, sondern arbeiten auf Basis der Eventinhalte gemeinsam weiter an einer digital resilienten Zukunft für Organisationen und Engagierte.
Wie geht´s dann weiter?
Wer Lust auf Vernetzung und (Lehr-)Kooperation hat, trägt seine/ihre/dessen Kontaktdaten in eine Liste ein. Das ROSI fungiert als Kontakt- und Vermittlungsstelle für die Lehrkooperationen und sammelt zukünftig, welche Fragen wo, wie bearbeitet wurden, sodass das Wissen darüber möglichst an einem Ort verfügbar/abrufbar ist. In der AKTIVOLI-FreiwilligenAkademie wird es außerdem ein Nachtreffen geben (Aktionswoche) für diejenigen, die Lust haben, weiter gemeinsam nachzudenken und sich zu vernetzen.