Erlebnisorientierte Gestaltung am Beispiel eines Werkerassistenzssystems
Die WerkerPErle ist der Prototyp eines Assistenzssystems für die Montage von Bauteilen, das auf positive Erlebnisse bei der Arbeit ausgerichtet ist. Der Name steht für „Werkerassistenzsystem für positive Erlebnisse“ – kurz: WerkerPErle.
Produzierende Unternehmen fertigen zunehmend individuelle Produkte, wodurch die Montagearbeit komplexer wird. Deshalb setzen sie immer häufiger Werkerassistenzsysteme ein, die Schritt für Schritt durch den Montageprozess führen, aber oft wenig Raum für eigene Arbeitsweisen lassen und dadurch frustrierend sein können. Durch eine gezielte Gestaltung für eine positive User Experience (UX) können solche Systeme jedoch positiver erlebt werden. Die WerkerPErle ist ein Prototyp eines Assistenzsystems, das um Konzepte der positiven UX erweitert wurde. Um das zu erreichen, kamen die Erlebniskategorien für den Arbeitskontext zum Einsatz. In einer Studie erlebten Nutzende des Prototyps deutlich mehr positive als negative Emotionen. Zudem erzeugte der WerkerPErle-Prototyp mehr positive Erlebnisse als konventionelle Systeme.
Wie funktioniert die WerkerPErle?
Die Screens führen Schritt für Schritt durch den Montageprozess und liefern detaillierte Informationen über das Zielprodukt und den korrekten Montageablauf. Touchinteraktionen ermöglichen es, zwischen den Screens vor- und zurückzunavigieren und Zusatzinformationen abzurufen. Im Folgenden sind drei Beispiele für positive UX-Konzepte in der WerkerPErle dargestellt:
Tagesüberblick erhalten
Der Screen gibt einen Überblick darüber, wie viele Produkte heute montiert werden müssen und wie vertraut diese bereits dem Nutzenden sind. Ein Kreisdiagramm gliedert die zu montierenden Produkte in drei Kategorien: Schon bekannt, bereits kennengelernt und noch unbekannt. Die Kategorien basieren darauf, wie häufig die Produkte bereits von der Person montiert wurden.
Erlebniskategorie: Herausforderung bekommen
Bei Erlebnissen dieser Kategorie wird eine (neue) schwierige Aufgabe erhalten. Dadurch entstehen Motivation, Stolz oder Freude darüber, etwas Neues zu wagen.
Das Ziel: Die Motivation steigern, indem sichtbar wird, dass auch neue, unbekannte Aufgaben zugeteilt wurden.
Prozessschritte und Verantwortlichkeiten
Die einzelnen Prozessschritte werden gemeinsam mit der verantwortlichen Person gezeigt. Es wird hervorgehoben, bei welchem Schritt sich der Nutzende im Moment befindet.
Erlebniskategorie: Gemeinsam etwas schaffen
Erlebnisse dieser Kategorie zeichnen sich dadurch aus, dass an einem gemeinsamen Ziel gearbeitet wird, dass es klar definierte Aufgaben gibt und dass Absprachen mit anderen getroffen werden.
Das Ziel: Gemeinsame Arbeitsleistung durch beteiligte Mitarbeitende hervorheben.
Produktüberblick erhalten
Eine Ebenenansicht zeigt den gesamten Produktaufbau.
Erlebniskategorie: Überblick haben
Das Behalten des Überblicks wird erlebt. Dadurch entsteht beispielsweise ein Gefühl von Kompetenz, Sicherheit und Stolz über bereits Erreichtes.
Das Ziel: Verständnis für den Produktaufbau und den Montageprozess fördern.
Personen
Christina Haspel
- Hochschule der Medien
- Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
- Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch
- Nobelstraße 10
- 70569 Stuttgart
- +49 711 8923-3139
Dr. Magdalena Laib
- Hochschule der Medien
- Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Usability
- Mittelstand-Digital Zentrum Fokus Mensch
- Nobelstraße 10
- 70569 Stuttgart
- +49 711 8923-3503