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In den Sprechstunden des Mittelstand-Digital Zentrums Fokus Mensch zeigen sich immer wieder ähnliche Usability-Schwachstellen auf Websites von Start-ups und KMU. Diese Beitragsreihe stellt die häufigsten Usability-Probleme vor, erklärt ihre Hintergründe und gibt konkrete Lösungsvorschläge. Dieser Artikel thematisiert Usability-Problem 2: Lange, unübersichtliche Onepager.

Hintergrund

Historisch gewachsene Websites führen häufig zu sehr langen (Start-)seiten, auf denen im Laufe der Zeit immer mehr Inhalte ergänzt wurden. Dadurch entsteht eine unübersichtliche Informationsstruktur, in der wichtige Inhalte zwischen zahlreichen weiteren Informationen untergehen können.

Das macht es für Nutzende schwieriger, schnell zu erfassen, welche Inhalte auf der Website zu finden sind und wo sie die gesuchten Informationen finden. Gleichzeitig ist nicht davon auszugehen, dass Nutzende eine sehr lange Seite vollständig durchscrollen. Inhalte, die weiter unten auf der Seite platziert sind, werden dadurch möglicherweise gar nicht wahrgenommen.

Usability-Heuristiken

Das Problem lässt sich unter anderem mit folgenden Heuristiken in Verbindung bringen:

  •  „Ästhetisches und minimalistisches Design“: Es sollten nur wesentliche und notwendige Informationen geliefert werden, die Nutzenden bei der Erreichung ihrer primären Ziele helfen.
  • „Wiedererkennen statt Erinnern“: Informationen und Handlungsoptionen sollten zu dem Zeitpunkt, an dem sie benötigt werden, auf einfache Weise verfügbar und erkennbar sein. Damit wird die Gedächtnislast reduziert: Nutzende können Informationen einfach ablesen, statt sich daran erinnern zu müssen.  

 

 

Lösung

Reduzieren und strukturieren

Zunächst sollten die Inhalte der Seite kritisch geprüft werden: Welche Informationen sind an dieser Stelle für Nutzende relevant, was kann weggelassen oder auf eine andere Seite ausgelagert werden? Für Startseiten gilt, dass diese vor allem einen Überblick über die wichtigsten Inhalte und Angebote geben und gezielt zu weiterführenden Informationen führen sollten.

Methode „Card Sorting“

Für die Neustrukturierung der Informationen kann beispielsweise Card Sorting eingesetzt werden. Bei dieser Methode werden die Website-Inhalte auf Karten geschrieben, die dann gemeinsam mit Nutzenden strukturiert und in sinnvolle Kategorien eingeordnet werden. Dadurch lässt sich herausfinden, welche Inhalte aus Sicht der Zielgruppe zusammengehören und welche Bezeichnungen und Strukturen verständlich und intuitiv sind. Die Ergebnisse können dabei helfen, die Navigation der Website und die Verortung der Inhalte zu optimieren.

Beispiel

Die Inhalte auf der Website der „International Justice Mission“ sind klar strukturiert und die einzelnen Seiten reduziert gehalten. Die Startseite gibt eine Übersicht der wichtigsten Inhalte und verlinkt auf die jeweiligen Unterseiten (siehe Screenshot).

Fazit: Unsere Empfehlungen

  • Website-Inhalte regelmäßig prüfen: Ist diese Information noch relevant/aktuell? Macht sie an dieser Stelle Sinn?
  • Verständnis von Struktur und Sprache mit Zielgruppe prüfen, z.B. mithilfe von Card Sorting
20.10.26

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