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In seinem Workshop auf der UIG-Tagung 2026 zeigt Thomas Geis von der ProContext Consulting GmbH, wie KI klassisches User Research ergänzt. Die Teilnehmenden lernen, wie sich aus wenigen Eingaben strukturierte Artefakte ableiten lassen, und setzen sich mit der veränderten Rolle von Mensch und KI im User Research auseinander.

Der Workshop stellt die provokante These auf, dass klassisches User Research in seiner bisherigen Form rapide an Bedeutung verliert und durch KI-gestützte Ansätze ergänzt oder teilweise ersetzt werden kann. Als Teilnehmende lernt Ihr, wie große Sprachmodelle genutzt werden können, um vorhandenes Wissen über Nutzer, Nutzungskontexte und Probleme mit Hilfe spezifisch hierfür entwickelter Systeme in wenigen Minuten umfassend erhoben werden. Am Beispiel des Context Analyzer erarbeitet Ihr hands-on, wie sich aus wenigen Eingaben in kurzer Zeit strukturierte Artefakte wie Jobs-to-be-done Analysen, Journey Maps und User Story Maps ableiten lassen. 

Traditionell bedeutet User Research: Interviews führen, dokumentieren und auswerten und große Mengen qualitativer Daten manuell strukturieren. Ziel ist es, Nutzergruppen, ihre Aufgaben, Ziele sowie ihre soziale, physische und technischen Nutzungsbedingungen zu verstehen, um daraus fundierte Anforderungen für Produkte und Services abzuleiten. Dieser Prozess ist wertvoll – aber auch langsam, teuer und schwer skalierbar.

Gleichzeitig existiert heute ein riesiger Wissenspool über menschliches Verhalten, Nutzungskontexte und Probleme: Millionen von Studien, Artikeln, Forenbeiträgen und Erfahrungsberichten, die inzwischen in großen Sprachmodellen (LLMs) verdichtet vorliegen. Was früher mühsam erhoben werden musste, ist heute in vielen Fällen bereits Teil eines kollektiven, maschinell zugänglichen Wissensbestands.

Am Beispiel des Context Analyzer wird gezeigt, wie aus einer kurzen Beschreibung einer Zielgruppe oder eines Use Cases innerhalb weniger Minuten Ergebnisse entstehen, für die bislang Wochen an Research nötig waren – etwa User Requirements Specifications, User Journey Maps oder auch Objektmodelle aus Benutzersicht für das konzeptuelle Produktdesign.

Der Workshop kombiniert konzeptionelle Einordnung mit einer Live-Demonstration anhand von Use Cases der Teilnehmenden. Die zentrale Frage lautet: Wie verändert sich die Rollenteilung zwischen Mensch und KI im User Research, wenn die relevanten Rohdaten über Nutzungskontexte und Benutzer bereits in großen Sprachmodellen vorliegen?

 

Thomas Geis

Thomas Geis ist seit mehr als 30 Jahren ein bekannter Experte für systematische Innovationsfindung im Nutzungskontext. Er ist Autor des Buchs "Praxiswissen User Requirements" und Editor des Curriculum zum Certified Professional for User Requirements Engineering (CPUX-UR). Thomas leitet seit langen Jahren die Normungsgremien auf internationaler Ebene, in denen Standards wie ISO 9241-11, ISO 9241-110 und ISO 9241-210 entstehen. Die vom ihm geführte ProContext Consulting GmbH hat seit 2003 mehr als 170 namhafte Unternehmen bei der Entwicklung innovativer Produkte unterstützt.

Die ProContext Consulting GmbH ist eine auf Human-Centered Requirements Engineering spezialisierte Unternehmensberatung mit Sitz in Köln. Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 unterstützt sie Unternehmen dabei, innovative und benutzerfreundliche Produkte und Services zu entwickeln – von der Analyse von Nutzungskontexten über die Ableitung von Anforderungen bis hin zu Prototyping und Usability Testing.
Mit einem systematischen, methodenbasierten Ansatz begleitet ProContext sowohl mittelständische Unternehmen als auch internationale Konzerne in Digitalisierungs- und Produktentwicklungsprojekten und sorgt dafür, dass Nutzerbedürfnisse von Anfang an konsequent berücksichtigt werden.
Darüber hinaus engagiert sich das Unternehmen stark in der Weiterbildung von Fachkräften und bietet praxisnahe Trainings sowie Zertifizierungen im Bereich UX und User Requirements Engineering an.

 

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18.08.26

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